Ohne "Ruanda-Schmitt" Turnier undenkbar

»GOLF: Benefiz-Turnier für Augenklinik in ostafrikanischem Staat - 120 Teilnehmer auf dem Platz BÖRRSTADT. Golfen und dabei etwas Gutes tun, das ist für den „Golfclub am Donnersberg e.V." ganz wichtig. Am Samstag war der Club zum neunten Mal Ausrichter des von Helmut Schmitt initiierten Golfturniers, dessen Erlös aus Startgeld und Tombolalosen direkt an ein Hilfsprojekt in Ruanda geht.«

140 Anfragen gingen im Vorfeld auf dem Club-Sekretariat ein. So viele, dass Spendenfreudige vertröstet werden mussten. „Mehr als 120 Teilnehmer gehen einfach nicht auf den Platz. Wir haben schon manche Bahnen doppelt belegen müssen, das ist absolute Auslastung", entschuldigt sich Uwe Morio, der zusammen mit Bernd Koch die Pressearbeit für den Golfclub erledigt. Bei 30 „Flights", das sind die Vierergruppen, die im Regelfall jeweils eine von 18 Bahnen beackern, ließen sich Wartezeiten am Samstag nicht vermeiden. „Fünf, sechs Stunden wird das heute dauern, bis alle durch sind", schätzte Morio gegen 14 Uhr, da waren bereits zwei Stunden seit dem Kanonenstart absolviert. Ohne das passende Wetter wäre das Ganze nicht so angenehm geworden, so dass Morio erleichtert resümieren konnte: „Ideale Bedingungen sind das heute."

Konzept wird bereits „kopiert"

Bedingungen, die zwei Gastspieler zu den Tagessiegen in der Brutto-Wertung nutzten. „Brutto" meint im Golf die Zählweise, die das tatsächliche Ergebnis nicht mit dem Handicap verrechnet und somit den Golfer mit dem absolut besten Spielergebnis würdigt. In dieser Kategorie feierten Elisabeth Wiesheu und Josef Schleibinger Platz eins bei Damen und Herren. Beide spielen für den Golf- und Landclub Holledau, der seit einiger Zeit das Konzept von Helmut Schmitt übernommen hat. „Den Josef habe ich im Urlaub auf Mallorca kennen gelernt und der war sofort begeistert von der Idee. Jetzt veranstalten die ein Mal im Jahr an Pfingsten ein ähnliches Turnier, in diesem Jahr haben wir aber mehr Teilnehmer", scherzt der Mann, der dem Benefizturnier seinen Charakter verleiht, der sich gleichzeitig um Getränkenachschub, Sonderwünsche, Nachfragen und Siegerehrung kümmert. Helmut Schmitt sagt: „Mit ein bisschen Glück haben wir mit dieser Veranstaltung den Augenarzt für das Krankenhaus in Ruanda zwei Jahre lang im Voraus finanziert."

Das sei eine Sensation für sein Projekt, meint Helmut Schmitt, den sie im Golfclub liebevoll „Ruanda-Schmitt" nennen und der nicht zuletzt persönlich für das Hilfsprojekt in Ruanda steht. Das weiß Dr. Horst Bischoff, der ehemalige Präsident des Golfclubs am Donnersberg, natürlich besonders zu schätzen: „Das Ruanda-Turnier gehört zu den großen Turnieren hier bei uns. Für mich ist es der absolute Höhepunkt, weil es hier in erster Linie um soziales Engagement geht. Außerdem freut es mich für Helmut Schmitt, wenn es hier so erfolgreich läuft." Bischoff, der nach rund zweieinhalb Stunden nach eigenem Bekunden „noch ganz gut" im Rennen lag, macht deutlich: Ohne die Präsenz von Helmut Schmitt wäre „Golfen für Ruanda" nicht denkbar. Aber auch er ist auf die Hilfe anderer angewiesen.

„Ohne den begeisternden Einsatz von Erika Delker wäre manches nicht möglich gewesen. Sie ist mit unheimlich viel Leidenschaft dabei, seit dem sie das erste Mal mit in Ruli war." Und Erika Delker wiederum würdigt das Engagement vor Ort, wo ein lokaler Betrieb die Ausbildung mehrerer Augenoptiker übernahm, die jetzt in der optischen Abteilung des Krankenhauses in Ruli arbeiten. Dort, wo jetzt der Augenarzt sein Amt antreten soll. „Es geht schließlich darum, dass wir nicht ein Mal im Jahr dorthin kommen, helfen und damit Hoffnungen wecken, die wir nicht erfüllen. Es muss um eine dauerhafte Zusammenarbeit gehen."

Beide Seite müssen Beitrag leisten Worte, die Helmut Schmitt nicht besser hätte formulieren können. Er sieht, dass die Plattitüde von der „Hilfe zur Selbsthilfe" keine Plattitüde bleiben muss. In Ruanda, wo er zuletzt im Mai zu Besuch war, sieht Schmitt, den sie in der ruandischen Krankenhaus-Station nur „Schemitti" rufen, dass so etwas tatsächlich funktionieren kann.

Wenn gegenseitiges Vertrauen besteht und beide Seiten ihren Beitrag leisten. „Mein Motto lautet: Der Funke muss überspringen." Das haben Helmut Schmitt und der Goldclub am Donnersberg auch im neunten Jahr geschafft. Und Morio wirft ein: „Das zehnte Mal haben wir vorhin schon fest gemacht." (rüo)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.223
Datum: Dienstag, den 25. September 2007
Seite: Nr.20